Fußball ist in Argentinien die mit Abstand populärste Sportart. Er wird nicht nur in Vereinen, sondern auch auf Straßen, Plätzen und in informellen Gruppen gespielt. Für viele Argentinier gehört die Bindung an einen Verein oder an die Nationalmannschaft zum Alltag. Große Turniere wie Weltmeisterschaft und Copa América sowie traditionsreiche Duelle – allen voran der Superclásico zwischen Boca Juniors und River Plate – ziehen enorme Aufmerksamkeit auf sich.
Der argentinische Fußball verbindet traditionell technische Elemente des südamerikanischen Spiels mit taktischer Disziplin und großer Wettkampfintensität. Die Männer-Nationalmannschaft zählt zu den erfolgreichsten Auswahlteams der Welt und wurde 1978, 1986 und 2022 Weltmeister. Auch argentinische Vereine prägen seit Jahrzehnten die südamerikanischen Klubwettbewerbe.
Der Fußball kam im späten 19. Jahrhundert vor allem durch britische Einwanderer und Schulen nach Argentinien. Namen wie River Plate oder Newell's Old Boys erinnern noch heute an diesen Einfluss. Bereits 1891 wurde in Buenos Aires ein organisierter Meisterschaftswettbewerb ausgetragen. Am 21. Februar 1893 gründete Alejandro Watson Hutton mit Vertretern mehrerer Vereine die Argentine Association Football League, aus der die heutige AFA hervorging.
Die argentinische Nationalmannschaft bestritt ihr erstes offiziell anerkanntes Länderspiel am 20. Juli 1902 in Montevideo gegen Uruguay und gewann 6:0. Damit ist die frühere Angabe auf dieser Seite – ein erstes Länderspiel im Jahr 1890 – korrigiert.
Mit dem starken Wachstum des Fußballs entstanden im frühen 20. Jahrhundert zeitweise konkurrierende Verbände. 1931 begann mit der Liga Argentina de Football die Professionalisierung. Am 3. November 1934 wurden die maßgeblichen Organisationen zusammengeführt; daraus entstand die Asociación del Fútbol Argentino in ihrer heutigen institutionellen Form.
1966 wurde die Ligastruktur grundlegend verändert. Das traditionelle, vor allem auf den Großraum Buenos Aires ausgerichtete Torneo Metropolitano wurde durch das landesweite Campeonato Nacional ergänzt. Dadurch erhielten auch Mannschaften aus dem Landesinneren größere sportliche Bedeutung. 1978 richtete Argentinien die Weltmeisterschaft aus und gewann erstmals den Titel.
1985 folgte eine weitere große Reform des Ligasystems: Die Primera División wurde als landesweite höchste Spielklasse organisiert und durch eine zweite nationale Profiliga ergänzt. In den folgenden Jahrzehnten änderten sich Turnierformate und Saisonmodelle mehrfach. Die Nationalmannschaft erreichte nach dem Titel 1986 weitere WM-Endspiele und kehrte 2022 mit dem dritten Weltmeistertitel an die Weltspitze zurück.